Ergebnisse des Bundesweiten Championats für Freizeitpferde Hannover!

von Uwe Heyne

Bundesweites Championat des Freizeitpferdes/ -ponys fand erstmals in Hannover statt

Freizeitpferdechampionat: Cleopatra und Suryan sind die neuen Champions

Hannover (fn-press). Auf dem Gelände des Reitervereins Hannover, einst Bestandteil der legendären Kavallerieschule Hannover, hat  am letzten Samstag im September das zwölfte Bundesweite Championat des Freizeitpferdes/ -ponys stattgefunden. Aufgeteilt in eine geschlossene Abteilung für vier- bis siebenjährige Pferde und Ponys mit einer Zuchtbescheinigung eines FN-Mitgliedszuchtverbandes und eine altersoffene Abteilung für Pferde und Ponys auch ohne Zuchtbescheinigung nahmen insgesamt 50 Paare an dem anspruchsvollen Championat teil. Dabei galt es zunächst im Rahmen eines Rittigkeitswettbewerbes eine Dressuraufgabe zu absolvieren, der sich ein Fremdreitertest anschloss. Nach einem Gehorsams-Trail hatten die Teilnehmer zusätzlich einen Gruppengeländeritt mit Überprüfung der Grundgangarten sowie einen kleinen Geländeparcours zu bestehen.

Joachim Völksen, stellvertretender Vorsitzender im Vorstand des FN-Bereiches Zucht und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Pony- und Kleinepferdezüchter, zeigte sich bei der Siegerehrung beeindruckt von den Leistungen der teilnehmenden Pferde, Ponys und Reiter. „Das Niveau ist in den letzten Jahren auch in der Breite beständig besser geworden“, sagte Annette von Hartmann, Richterin beim Championat. „Das Championat gewinnt nicht nur an Bekanntheit, es hat sich auch herumgesprochen, dass man sich darauf vorbereiten muss. Sehr erfreulich ist es, dass Vereine inzwischen im Vorfeld Trainingseinheiten oder Wettbewerbe anbieten." Dr. Teresa Dohms-Warnecke, stellvertretende Geschäftsführerin im Bereich Zucht der FN fügte direkt hinzu: „Mit über 80 Nennungen in diesem besonderem Jahr können wir mehr als zufrieden sein. Auch der Standort in Hannover mit den vielen Reitplätzen, dem Geländeplatz und einem ganz tollen Wasserdurchritt erwies sich als ideal für dieses Championat – nur das Wetter hätte etwas schöner sein können.“

In der geschlossenen Abteilung siegte die siebenjährige Deutsche Reitponystute Cleopatra (v. Greylight – Conteur) mit Antonia Wiebusch (Langen-Neuenwalde) im Sattel mit einem Gesamtergebnis von 89,8 Punkten. Besonders bemerkenswert an diesem Ergebnis: Die erst 13-jährige Reiterin hat ihr Pony, das auch in Dressur- und Springprüfungen der Klasse A bereits über Platzierungen verfügt, selbst angeritten und ausgebildet. Zweite wurde die Fjordpferde-Stute Toftegaarden´s Elonora (v. Glibings Ajs) mit Sarah Schmidt (85,3 Punkte), gefolgt von dem Welsh Cob Typ Section C Tewdwr Chumbawamba (v. Thor Baffle) mit Claudia Clausnitzer (Aumühle) im Sattel (85,1 Punkte).

Den Sieg in der offenen Abteilung holte sich der Schimmelheng Suryan, der von Julia Czichon (Ratingen) vorgestellt, 84,3 Punkte erzielte. Das Deutsche Sportpferd Baltic Blue (v. Frederick) wurde mit Tessa Hieronymi (Oberursel) Vize-Champion (82,8 Punkte). Das Kleinpferd Vivaldi (v. Van Gogh), das mit Celina Weis (Zeven) 82,3 Punkte erreichte, belegte Platz drei. Einmal mehr war in die Veranstaltung auch das Hannoveraner Freizeitpferde-Championat integriert. Hier ging der Sieg an die Stolzenberg-Tochter Sienna (78,9 Punkte) unter Mona Paulsen. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Royal Rose (v. Royal Classic) mit Laura Wildschut (Eystrup) mit 78,0 Punkten und Dana Bella (v. Don Index), die mit Katharina Schiefelbein (Gronau) auf 77,3 Punkte kam.

Das Teilnehmerfeld zeigte eine interessante Struktur. So waren von den neun an erster bis dritter Stelle platzierten Reitern der beiden Abteilungen sowie des Hannoveraner-Freizeitpferde-Championats sieben auch im klassischen Turniersport aktiv. Darüber hinaus nahmen auch Reiter teil, die sonst in M-Dressuren oder S-Springen unterwegs sind. Dies zeigt, dass die Grenzen zwischen Turnier- und Freizeitreiterei fließend sind und das auf den Richtlinien für Reiten und Fahren basierende deutsche Ausbildungssystem nicht nur für den Dressur- oder Springsport, sondern für alle Sparten des Pferdesports die ideale Basis ist.

Für Dr. Teresa Dohms-Warnecke, stellvertretende Geschäftsführerin des FN-Bereiches Zucht, die seit dem ersten Championat im Jahr 2009 die Veranstaltung betreut, ist das keine neue Erkenntnis: „Wir beobachten schon seit Jahren, dass sich hier viele Reiter engagieren, die auch im klassischen Turniersport zuhause sind. Es gibt sogar Betriebe, die sich auf die Ausbildung von Reitern und Pferden für dieses Aufgabenspektrum spezialisiert haben. Entstanden ist das Championat aufgrund verschiedener FN-Umfragen, die uns immer bestätigen, dass die Masse der Reiter Pferde sucht, die echte Multifunktionstalente sind. Sie sollen unkompliziert und rittig sind, sie sollen aber auch gute Grundgangarten habe, einen Sprung machen können und sollen geländesicher sein. Und das ganz unabhängig davon, ob jemand Turnierambitionen hat oder nicht. Wenn ich mir die Ergebnisse der Freizeitpferde-Championate über die Jahre hinweg anschaue, stelle ich fest, dass die deutsche Zucht diese Pferde und Ponys zur Verfügung stellen kann. Ich fände es toll, wenn wir zukünftig eine Struktur entwickeln könnten, in der sich Pferde und Ponys für dieses Championat qualifizieren können oder von den Zuchtverbänden nominiert werden.“ Das vielleicht schönste Kompliment an die Pferde und Ponys, die beim diesjährigen Championat antraten, machte Monika Meyer, die dort den Hannoveraner-Verband vertrat: „Für mich sind die jungen Pferde und Ponys, die diesen anspruchsvollen Aufgabenkatalog erfolgreich absolvieren, alle Helden.“ FN/Thomas Hartwig

 Informationen: www.pferd-aktuell.de/freizeitpferdechampionat

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